
Die renommierte chilenische Tageszeitung El Mercurio, welche seit 1900 in Südamerika das politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Chilenen, ihrer Nachbarländer und der Welt aufarbeitet, ist neben der Druckausgabe am Kiosk (für 500 Pesos = 0,70€) auch gratis im Netz zu finden.
Im Internet liegt jeweils die komplette aktuelle Ausgabe des El Mercurios vor, die der Leser leicht via Mausklick durchstöbern, und ohne Probleme von Seite 1 auf die letzte Seite springen kann. Das Beste jedoch ist, dass der User für diesen Service nicht einmal einen Peso dafür bezahlen zu müssen.
In Europa und den USA hingegen denkt die Pressewelt noch anderes. Warum Content, der journalistisch hochwärtig ist, gratis den Usern im Web anzubieten? Natürlich finden sich auch lesenswerte Artikel der Süddeutsche Zeitung, der FAZ, oder von Cicero im Netz, jedoch die komplete Druckausgabe in Deutschland via E-paper ist hingegen kostenpflichtig.
Abzuwarten gilt ob die gratis online Strategie von El Mercurio Früchte trägt und das Unternehmen damit aus wirtschaftlicher Sicht auf Dauer bestehen kann. Die erste Prognose gilt hier jedoch, dass El Mercurio in Chile als Blatt finanziell sowie in der Reputation der Leser sehr gut aufgestellt ist und zudem durch die gratis online Ausgabe vor allem junge Leser binden kann.
Der Leser konsumiert (un)bewusst die Werbung einer Zeitung, ob diese nun online oder als Druckausgabe vorliegt ist identisch. Entsprechend zur Druckauflage kann das Management des El Mercurios anhand der Hits die auf die online Ausgabe eingehen, den neuen erschlossenen Markt analysieren und den Werbeunternehmen konkrete Zahlen präsentieren.
Die aktuelle online Ausgabe des El Mercurios ist hier zu finden. Zudem gibt es eine aktuelle Stellungsname über die schwindenden Auflagen der Verlagshäuser und über den bevorstehenden Weg ins Web 3.o von Bernd Kundrun auf Cicero.