Heute trichtern sich Journalisten und Medienschaffenden Unmengen Wissen ein. Dank sei der Umstellung von Diplom auf Bachelor. In den meisten Studiengängen sind in sechs Semester mehr als 60 Scheine zu absolvieren. Doch in den Vorlesungsplänen wird häufig ein wichtiges Fach nicht berücksichtigt: Ethik!
Freilich wissen die Studierenden, dass objektive Berichtserstattung für gute journalistische Arbeit wichtig ist, doch jeder praktizierende Journalist weiß, dass eine 100% objektive Berichterstattung nicht möglich ist. Häufig wimmelt es in den Beiträgen von PR und Behauptungen. Oftmals zückt der Chefredakteur den roten Stift.
In dem fiktiven Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ kreidet der Autor Heinrich Böll (1917* 1985†) ein Problem des Boulevard-Journalismus an: „Personen und Handlungen dieser Erzählung sind frei erfunden. Sollten sich bei der Schilderung gewisser journalistischer Praktiken Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich.“ (S. Heinrich Böll (1976): Die verlorene Ehre der Katharina Blum, 1.A., S. 5)
Wer in den Medien arbeitet, dem sollte deshalb Folgendes bewusst sein:
a) Artikel 1, GG gilt für jeden! Das heißt, dass nicht Artikel 5, GG dazu missbraucht wird, im Schutze der Pressefreiheit Personen durch den Dreck zu ziehen.
b) Das A und O muss bei einem Journalisten, egal, für welches Medium er arbeitet, die Recherche sein. Dass gewisse Medienhäuser sich von der geltenden Praxis abgewandt haben, ist verwerflich.
c) Wir benötigen in der Forschung, und dazugehören auch die Medienstudiengänge, als Pflichtveranstaltung das Fach Ethik; nur so können auch im 21. Jahrhundert gute Journalisten ausgebildet werden. Denn welche bis dato unschuldige Privatperson will mit einem Journalisten konfrontiert werden wie einem Werner Tötges. Armes Fräulein Blum.
Hierzu der Auszug von Seite 120:
Nun, ich sah sofort, welch ein Schwein er war, ein richtiges Schwein. Und dazu hübsch.[..]Er sagte: „Na Blümchen, was machen wir zwei denn jetzt?”
Ich sagte kein Wort, wich ins Wohnzimmer zurück, und er kam mir nach und sagte:
„Was guckst du mich denn so entgeistert an, mein Blümelein – ich schlage vor, dass wir jetzt erst einmal bumsen.”
Nun inzwischen war ich bei meiner Handtaschen, und er ging mir an die Kledage, und ich dachte: „Bumsen, meinetwegen”, und ich hab die Pistole rausgenommen und sofort auf ihn geschossen.
Fazit: Heinrich Bolls Pamphlet Die verlorene Ehre der Katharina Blum sollte zur Pflichtlekütre an Schulen und Universitäten werden. Alle Hüter der IV. Macht im Staat, und damit sind die Journalisten und Medienleute gemeint, müssen sich stets vor Augen führen, welche Macht sie haben, denn:
„Die Gewalt von Worten kann manchmal schlimmer sein als die von Ohrfeigen und Pistolen.“ (Heinrich Böll im Oktober 1974)


Aus der ersten Prognose wurde prognostiziert, dass es ein schwarz-gelbes Bündnis geben könnte, was sich am 27.09.2009 dann auch bestätigte. Die FDP schafft mit fast 15% ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl, hingegen muss die CDU/CSU im Vergleich zu 2005 nur einige Stimmen einbüßen, bleibt aber bundesweit stärkste Kraft. Der Aufwärtstrend der kleinen Parteien der Grünen und der Linken bestätigte sich vorab auch schon bei der Prognose. Zudem kommen die Sonstigen auf beachtliche 6%.




