Jüdisches Sprichwort: Der Besuch

Jüdische Sprichwörter werden oft unbewusst ihrer Herkunft im Deutschen benutzt.
Dr . Artur Landsberger hat als erster  in dem Werk Jüdische Sprichwörter (erschienen im Ernst Rowohlt Verlag, 1912 in Leipzig) eine ganze Reihe von jüdischen Zitaten über Familie, Glück, Unglück, Weisheit, Juden, Religion, Gott, Tod und Leben, Lebensregeln und Redensarten zusammengetragen. Einige ausgewählte Sprichwörte werden Sie in Zukunft in der Rubrik Jüdische Sprichwörter auf dem Blog stonesand finden. Das erste Sprichwort handelt über den Besuch:

Der Besuch des Freundes gleicht dem Regen, um den man bittet, wenn er ausbleibt,
um den man hinwegwünscht, wenn er zu lange anhält.


Party-Juden auf der Ben Yehuda

Am Freitagabend gleicht Jerusalem einer ausgestorbener Geisterstadt: Es sind kaum Menschen draußen, Läden sind geschlossen, und außer ein paar Taxis sind auf der Straße kaum andere Autos zu sehen.

24 Stunden später, mit dem Sonnenuntergang am Samstag, endet der jüdische Shabbat. Die Stadt wird lebendig, Autos brummen durch die Stadt, Ladenbesitzer öffnen und die Menschen strömen in Massen auf die Straßen. Ein kleiner Eindruck was sich in der Einkaufsstraße Ben Yehdua abspielt, zeigt das Video jüdischer orthodoxen Juden, die sich selbst als chabad, lubawitsch bzw. nachmanim bezeichnen. Diese Jungs sind einmalig und als Partyboys in Jerusalem bekannt – mit eingenem Pickup, Fahnen und Musikanlage versorgt, tauchen sie in der Öffentlichkeit auf und starten eine rauschende Party!


Lümmelhaftes Israel

Die Mentalität im Nahen Osten, vor allem hier in Jerusalem, ist schon etwas grotesk: Wenn man nicht aufpasst, wird man von jedem zweiten Auto beinahe rücksichtslos überfahren, und falls nein von den nächst besten Passanten vom Bürgersteig auf die Straße gestoßen. Dabei hupen freie Taxis unverschämt Passanten auf der Straße an, im Restaurant klauen Nachbarn ohne zu Fragen den freien Stuhl am eigenen Tisch. Männer kommen sehr selten auf die Idee, einer Frauen die Tür aufzuhalten oder den Mantel abzunehmen. Und Vermieter nehmen sich das Recht heraus nach Lust und Laune ihre Mieter ohne Vorankündigung mehrmals in der Woche zu besuchen.
Dabei sind stets alle im Stress: In Israel wird mit mindestens 70 Dezibel kommuniziert (normale Lautstärke eines Gesprächs sind 55 Dezibel). Auf eine ruhige und besonnene Konversation wartet man so lange wie auf eine Einigung im Friedensprozess. Freilich ist entscheidend, aus welchem Land der Gesprächspartner stammt und welche Benimmregeln er an den Tag liegt, nichtsdestotrotz darf sich Israel für seine „israelische Frechheit” rühmen, so Roberto Strauss, der Autor von Kauderwelsch für Hebräisch.

In Jerusalem prellen die verschiedenen Religionen und Traditionen der drei Gruppen Juden, Muslime und Christen aufeinander. Diese spiegeln sich nicht nur in dem Nahost-Konflikt wider, sondern auch in der Art und Weise, wie hier kommuniziert wird: Nicht europäisch oder zivilisiert, sondern laut, respektlos, forsch und rücksichtslos. Deshalb mein Tipp für Israel: Mit Besonnenheit kommt man hier nicht weit, mit einer gewissen Lethargie schon eher.

Enklave westlicher zivilisierter Kultur: Bar an der Jaffastraße

Enklave westlicher zivilisierter Kultur: Bar an der Jaffastraße

80% auf Amazon für Sarrazin!

Der 65-jährige Thilo Sarrazin hat die Republik mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab – Wie wir unser Land aufs Spiel setzten” aufgebracht und gespalten. Vor allem die muslimisch-und jüdischfeindlichen Thesen in Sarrazins Werk werden scharf kritisiert (Interview in Welt-Online). Kanzlerin Merkel fordert eine Entschuldigung. Gabriel den Rücktritt aus der SPD. Der Zentralrat der Juden ist empört. Doch laut einer Umfrage stimmen immer mehr Politiker aus SPD und CDU/CSU dem Bundesbanker zu (Siehe Artikel auf Spiegel-Online). Auch der Axel-Springer-Verlag begünstigt Sarrazin. Die „Bild-Zeitung” veröffentlichte innerhalb der vergangenen Woche jeweils unzensierte Auszüge aus dem neuen Buch.

Ein aktueller Blick auf Amazon zeigt folgendes: Von 120 Rezensionen wurden für das Buch 97 Mal die Bestnote 5 Sterne vergeben. 15 Mal folgte die schlechteste Note 1 Stern. Dass bedeutet, dass über 80 Prozent Sarrazin unterstützen. Er sagte selbst, dass er emotional die Gemüter bewegen möchte und ergänzte in der Süddeutschen Zeitung vom 31.August 2010 auf Seite 11: „Ich bin mit dem Begriff jüdisches Gen völlig unbefangen und wertfrei umgegangen.”

Schafft Deutschland sich selbst ab, oder ist doch nur alles Propaganda? Klar ist das polemische Äußerungen dieser Art immer auf Nährboden fallen. Das Deutschland in der Integrationspolitik Fehler gemacht hat, kommt vor. Bis zum heutigen Zeitpunkt habe ich das Buch nicht gelesen, deshalb kann ich noch kein einschlüssiges Urteil über Sarrazin fällen. Nichtsdestotrotz habe ich einige Rezensionen von Amazon zusammengestellt, welche die Meinungen der jeweiligen Autoren, nicht aber meine, widergeben:


„Wer sich differenziert mit diesem Thema auseinandersetzen will und Einblicke erhalten möchte, dem sei das vor kurzem erschienene Buch “Halbmondwahrheiten” von Isabella Kroth empfohlen. Niemand will abstreiten, dass es Probleme in Sachen Integration gibt. Dies ist seit Jahren bekannt. Doch Sarrazins Argumentationsketten sind nicht nur verwunderlich, sie machen regelrecht Angst. Ich hoffe, dass Menschen im In- und Ausland verstehen, dass das Sarrazins Buch genauso wenig der Spiegel der deutschen Seele ist, wie “Erdogans Rede ein Spiegel der türkischen Seele” (1 Sterne Renzension von N.R.)

Das Buch ist großartig. Es deckt sich mit den jahrzehntelangen Erfahrungen, die ich in meinem Beruf sammeln “musste”. Integrationswille ist bei – muslimischen männlichen – Migranten überhaupt nicht vorhanden. Beleidigungen gegenüber “Ungläubigen” an der Tagesordnung. Das wird in Sarrazins Buch sehr deutlich. Sicher polemisiert er häufig zu stark. Andererseits, das stille Mahnen geht in der heutigen Spaßgesellschaft unter. Ein wichtiges Buch zur rechten Zeit. Das gegen political correctnes und den linken Zeitgeist angeht. (4 Sterne von Literaturkritiker)

Die Rezensionen zeigen eindeutig, das die große Mehrheit doch nichts von der Geschichte gelernt haben. Vor 60 Jahren hat schon jemand behauptet, ein anderes Volk wäre für das Übel im Land verantwortlich. (1 Sterne Renzension von Gökhan Özalp)

[...]Sarrazin macht Nägel mit Köpfen, bennent Tatsachen, belegt sie mit Statistiken und zieht glasklare Analysen. Klar, dass sich an dieser Stelle Meinungen reiben. Vielleicht stimmt es sogar, dass Sarrazin spaltet. Aber dies muss er sogar, nur so kommen die wirklich wichtigen Themen in den Vordergrund der Tagespolitik. Zu – und Einwanderungspolitik, unsere überalterte Gesellschaft, der Sozialstaat und der Gesundheitszustand unserer Demokratie sind Themen die in Deutschland völlig neu diskutiert werden müssen, damit Deutschland nicht eines Tages auseinanderbricht. Thilo Sarrazin hat mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag dazu geleistet.(5 Sterne von Roswitha und Christian Döring)



Tipp für heute Abend: Jud süß-sauer mit Oliver Polak

Der 30-Jährige Jude Oliver Polak beschrieb in der ZEIT vom 04.02.2010 auf Seite 8 dass er wohl sich vom konservativen Zentralrat der Juden distanziere, aber nicht von dem Judentum. Er ist aber jene Sorte von Jude, der gerne jüdische Spirchwörter sowie Witze über seine eigene Kultur und Vergangenheit mache. Wie beispielsweise wenn er durch Deutschland mit dem Titel Jud süß-sauer tourt und dank seiner Eloquenz und Schlagfertigkeit die Massen zum Lachen bringt. Heute Abend ist es wieder soweit. Polak wird um 20.30 Uhr in Würzburg im Cairo sein Bestes geben und Sprüche wie folgende sind vorprogrammiert:
„Meine Mutter sprach immer von den 613 Geboten der Thora. Mir waren schon die 10 zu viel, auf die Moses den Herrn runterhandeln konnte!”

Die Gossip Glosse: Im ICE Bordrestaurant

Die neue Kategorie auf stonesand heißt Gossip Glossen. Dort gibt es Texte die nur eine Aufgabe haben: Den Leser zu amüsieren; hochwertigen Inhalt hierbei zu finden ist in dieser Kategorie fraglich.

Die circa 1500 Wörter große Reportage wurde im November 2009 in einem ICE verfasst und ist spielt im Bordrestaurant. Figuren, Fakten und Handlung sind frei erfunden. Dennoch war stonesand vor Ort, und somit hat die Geschichte vielleicht doch etwas Wahrheit in sich.

stonesand gossip geschichten

Ich nippe an meinem zweiten Bier. Mein Mp3 Player dudelt irgendeine komische SWR3 Musik. Die Landschaf zieht an mir vorbei, Strommast, Windrad und nichts als weite grüne Fläche. Stark, neuer Song ist angesprungen: Just a little bit by Whitney Housten. Da singt unsere schwarze Freundin für ein bisschen Respekt, when You get home Mister! That´s right. Und im Umkehrschluss gibt es dann einen dicken Kuss für den Mann?!

Das Bier zischt gut rein! Und Whitney singt, give it to me when you get home. just a little bit. Klar doch, die will doch richtig rangenommen werden. Es gibt doch kaum Frauen die nur kaum rangenommen werden wollen, genauso wie ich eigentlich keine Männer kenne, die ein leblose Partnerin sich im Bett wünschen: Für beide muss es abgehen!

Muss mal den Song wechseln, da ich einen ziemlichen musikalischen Mist ist auf meinem iPod habe. Schon besser. House. Wobei eins weiter! Geile Sache. Mix von meinem Kumpel aus Freiburg, Benedikt Weigmann, zu Prince-Kiss. Guter Beat, schöne Klavierzüge, und ne sexy Stimme der Sängerin, kann man lassen.

Back zum ICE-Speisewagen. Seit Wolfsburg hänge ich nun im ICE. Leider sind es über 5 Stunden nach München. Irgendetwas müsste ich ich eigentlich effektiv machen, könnte auch an meinem nächsten Artikel arbeiten, habe mich aber entschlossen dies nicht zu tun. Gibt es nichts schöneres als mit einem Bier im Speisewagens des ICEs durch Deutschland zu brummen?

Überragend, neuer Song ist angesprungen. Gott wie heißt der denn nochmals? Glaube der ist von Badly drawn Boy. Geht auf jeden Fall gut ab. Mein Bier ist gleich leer. Soll ich ein neues bestellen? Der Ober ist ein guter Mann. Sprich ein astreines Deutsch mit Akzent. Sympathischer Typ, der mein Bier verdammt schnell zapft. Gegenüber haben sich gerade Vater und Sohn hingesetzt. Diese begutachten gerade die Speisekarte. Wäre ich der Vater würde mein Sohn jetzt erstmal mit mir ein Bier trinken. Egal ob der noch unter 16 ist, Hauptsache der ist ruhig und gesellt sich zu mir. Der Junior inspiziert gerade die Karte.

Vater: „Was nimmst Du?”

Sohn: „Woher soll ich denn das wissen?”

Vater: „Ich nehme die Nudeln und ein Helles.”

Sohn: „Die sind doch keine Bayern hier vom Zugpersonal. Die Ossis haben doch keine Ahnung was ein Helles ist.”

Vater: „Mhm, dann eben ein Weißbier.”

Sohn schweigt.

—der überragende Ober kommt und nimmt die Bestellung auf—-

Die beiden schweigen sich an.

Was nimmt jetzt eigentlich der Sohn?Auch egal ich stecke mir wieder die Stöpsel in die Ohren und konzentriere mich meine Finger. Bier ist eigentlich leer. Eins ginge noch! Aber dann muss ich dauernd auf Toilette. Auch nicht gut.  Nun läuft Up side Down- Oh Boy you turn me ….ohh, ya, yesss! So ein Bullshit. Die ganze Amigesellschaft ist sowieso sehr schwierig zu begreifen. Einerseits gibt es da einige coole Socken, wie Dr. House(also der Schauspieler), Bill Clinton oder David Letterman. Jedoch auch viel zu viele Backpfeifen, wie die ganzen Stipendiaten, die aufgrund super Basketball-Skills in Harward oder Cambridge reinkommen. Ich bewerbe mich dann auch zum nächsten Wintersemester in München mit einem Fussballschuh an der TU.

Hhmm heißer Po ist gerade an mir vorbeigelaufen. Viel zu jung, tippe ich, aber hallo!

Mein Ober kassiert neben mir ab. Vater und Sohn sind immer noch mittellos, äh ich meine ohne Getränke sowie Essen.

Neben mir wird gepackt. Ober Iwan, so habe ich ihn eben getauft, bringt das Gesteck am Nachbartisch. Geht gleich los mit der Völlerei.

Postal Service läuft auf meinen Ohr. Guter relaxte Mukke und kein Main-Stream-Scheiss wie Robbie Williams. Wobei der tut mir eigentlich schon sehr leid. Hat graue Haare und hängt auf der Bühne rum. Seine jungen Jahre war er nur mit Drogen und sich selbst beschäftigt. Der hätte mal lieber so einen Beitrag wie diesen verfassen sollen.

Gott ich muß mal für kleine Jungs. Das Bier! Doch davor noch Bestandsaufnahme. Vater und Sohn sind am völlern. Natürlich geht das alles zivilisiert zu. Dies schätze ich immer am ICE-Boardrestaurant. Hier geht es ruhig und gelassen zu. Kein zu lautes Wort. Fast schon wie bei einem Staatsbesuch. Okay meine Lieben, ich muss mal kurz vor einige Minuten unterbrechen.

Bin zurück auf meinem Platz. Iwan kassiert gerade ab. Habe schnell auch noch die Rechnung bestellt.

Gone till November läuft gerade. Iwan hat mir gerade die Rechnung von über zwei Bier und der Chilli con carne gebracht. Stolze 15,40. Habe ihm 1,10 Euro Trinkgeld gegeben. Schau gerade auf die Rechnung. Der liebe Iwan heisst gar nicht Iwan, sondern mit Vornamen Hasan.

Das Boardrestaurant ist fast leer. Hinter mir sitzt eine alleingelassene Dame die Sudoku spielt. Schräg vorne sitzten an zwei Tischen zwei Herren. Der eine guckt versunken in die Landschaft, der andere, so scheint es ist mit Weintrinken und Kreuzworträtzel beschäftigt.

Irgendwie stinkt es hier gerade, nach Kuhmist. Wo sind wir denn gerade? Ah Gunzenhausen. Ob das alles erklärt?

Eigentlich wollte ich jetzt mich auf meinen Platz begeben und Blaue Engel mit Marlene Diettrich mir reinziehen. Fuck it. Ich bin zu faul!

Gerade gab es eine Durchsage. Jemand hat vor Donauwörth versucht den Zug zu stoppen. Personenschaden. Wir werden umgeleitet über Ingolstadt. Schaffen wir es noch vor 17.00 Uhr nach München? Ist es eigentlich fair, dass sich die Leute immer wieder vor den Zug werfen müssen? Es gibt doch hohe Bäume, Brücken oder die bessere Lösung den Psychologen. Jedes Mal müssen die Reisenden auf ihre Züge warten, da es solche wagemutigen gibt. Verständlich, wenn jemand ein wirklich schlimmes Leben hat, dies  zu enden ist legitim, aber bitte nicht auf meiner ICE-Strecke.

Silent Sigh läuft gerade. Ein trauriger Song. Diesem wittwen wir am besten dem Zugopfer. Ich hoffe mal es war kein junger Mensch, nehme aber stark an, dass es sich bei dem Personenschaden um einen jungen Menschen gehandelt haben muss. Wahrscheinlich ein Problem unsere heutigen Gesellschaft. Die fordert nur Leistung, Leistung und nochmals Leistung. Zudem kommt es erschwerend hinzu, dass flexible Anpassungsfähigkeit gefordert wird: Auslandssemester, mindestens drei Sprachen, und alles nach dem Motto: first Job-then Familiy.

Die Sonne kommt nochmals kurz durch. Sie schimmert über Mittelfranken. Auch über dem Toten auf den Gleisen? Kommt sie/er nun in den Himmel oder die Hölle? Gibt es in der Nachwelt auch Züge? Hoffentlich. Ich raste aus, wenn es im Himmel keinen Fussball geben sollte. Zudem will ich Zugfahren, Bier trinken, Steak essen und Sex haben. Vielleicht gibt es auch dort oben ein himmlisches Gefühl, was dann der himmlische Orgasmus ist?
Gut, da sind wir alle unwissend. Eines Tages werde wir wieder alle zu Staub und werden dann selber herausfinden, ob der Jude, der Christ oder der Moslem recht hatten, oder wird am Ende die Buddhisten durchstarten?

Wir sind gerade in Treuchtlingen gelandet. Schaut sehr düster hier aus. Die übergebliebenen im Bordrestaurant rasten gleich aus. Der Zug schafft es nicht wie geplant nach Augsburg um 17.00 Uhr. Dank des Zugbremsers. Tja, habe heute mal Glück gehabt. Nach München werden wir es bis 17:00 Uhr schaffen.

Mein Gegenüber hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht: „Macht doch viel mehr Sinn jetzt bis München durchzuheißen, und dann wieder mit dem ICE nach Augsburg zurück zu fahren! Sind ja nur 30 Minuten.” Darauf hin gibt es einen Tumult vorne beim Schaffner. Mindestens neun Personen beschweren sich gleichzeitig. Das Restaurant ist somit wie ausgefegt. Warum setzt ihr euch nicht einfach hin und genießt noch ein Bier?

Die Dame in rot kommt zurück. Anscheinend leicht aufgebracht. Vorne beim Schaffner geht es weiter mit der Debatte.

Geiler neuer Song läuft auf meinem kleinen Tragbaren. Keine Ahnung wie er heißt, bestimmt ist er aus England. Purer Punk!

Hasan ist gerade mit der Rechnung zur Dame in rot. Bei ihr gab es einen Cappuccino. Bild hätte jetzt noch angefügt wie viel er denn gekostet hat.

Wir haben einen neuen Gast im Restaurant. dieser steht unschlüssig vor den Tischen und inspiziert die Karte. Wir er sich noch setzten? Nun checkt er die 1. Klasse aus, kommt zurück und schaut erneut auf die Karte, ladscht bei mir vorbei und dackelt durch das Restaurant. Unfassbar, nach dem Auftritt begibt er sich zurück zum Tumult.

Ich frage mal den Ausburger Herr nach, wie es um seine Ankunftzeit steht.

Ich: “Entschuldigen Sie. Wann kommen Sie nun an?”

Herr: „Viertel vor fünf nehmen wir dann den RE nach Augsburg. Also keine Ahnung wann genau wir in Augsburg sind.” Er zieht den Wein in einem Schluck weg mit dem Kommentar: „Ach, ja ja” und vertieft sich in seine Zeitungslektüre.

Vier Uhr. Noch eine Stunde bis nach München. Mir schmerzt der Rücken, ich habe Durst und Hunger zugleich. Das Chilli con carne war schon lecker, aber ein eher übersichtlicheres Mittagessen.

Jetzt reicht es. Ich gehe auf meinen Platz, öffne die Datei „Der blaue Engel” und drücke auf die Play-Taste: Film ab.

2 Gesichter haben: Jude und Araber sein

In Israel haben circa 1,5 Millionen Araber eine israelische Staatsbürgerschaft; dies entspricht ungefähr 20% der Bevölkerung. Der neue rechtspopulistische Außenminister Liebermann will per Gesetz erzwingen lassen, dass die iraelischen Araber mit einem Eid auf ihr Vaterland Israel schwören müssen. Wie es den Araber, mit israelischen Pass, wirklich ergeht, interessierte jetzt.de von der süddeutschen und interviewte hierzu Lucy, eine israelische Araberin.

Das Interview mit dem Titel „Kein Tag, an dem ich nicht streite,” ist hier zu finden und zeigt auf wie schwierig es ist zwischen den zwei Fronten zu leben.