Journalisten und Politiker gegen Sarrazin!

Zunächst für alle, die am 02.September 2010 Illner auf ZDF verpasst haben, hier nochmals die Kernsätze der Talk-Gäste, zusammengetragen aus dem Artikel von Welt-Online.

„Thilo Sarrazin ist ein ängstlicher Mensch, der gar nicht das Zeug zum Demagogen hat.” (Bernd Ulrich, DIE ZEIT)

„Sarrazins Fehler sind seine Kategorien. Die Stammeskultur liegt in der Steinzeit.” (Cem Özdemir, Bündnis90/Die Grünen)

„In 100 Jahren sprechen in Deutschland in der akademischen Welt alle Englisch. Und auf der Straße sprechen alle Türkisch.”(Henryk Broder, Publizist aus der Schweiz)

„Wenn jemand so heftig angegriffen wird wie Sarrazin, dann muss er etwas Richtiges gesagt haben.” (Roger Köppel, Die Weltwoche)

„Was ich nicht verstehen kann: Wenn alle Zahlen Sarrazins falsch sind, wie kann man dann immer noch sagen, er hat doch recht!” (Naika Foroutan, Politologin)

Fazit zur bisherigen Debatte: Bei aller Liebe für Journalisten und Politiker: Leider hat es auch Maybrit Illner verpasst, die Debatte um die wichtige Frage der Integration zu spinnen. Es wird nicht abgestritten, dass Sarrazin beim Lesen von Statistiken Fehler unterlaufen sind, doch meines Erachtens will er mit dem Buch „Deutschland schafft sich ab” Akzente setzen und eine bislang von der Politik ignorierten Debatte, nämlich die Integrationspolitik, anstoßen.

Es war zu erwarten, dass Journalisten und Politiker sich auf zwei bis drei kritische Aussagen und Sätze im Buch/Interview von Sarrazin beschränken. Denn somit können sie gemeinsam auf dem ehemaligen Banker herumhacken. Nur wenige haben den Mut, wie Sarrazin, öffentlich ein Tabuthema wie Integration anzusprechen.
Die Politiker und Journalisten verschleiern schon seit Jahrzehnte gravierende Problem in der Integrationspolitik. Die Gatekeeperfunktion der Journalisten klappt hier hervorragend. Es herrscht eine gute Absprache zwischen Politik und Medien.
Dass die Mehrheit des Volk sich eine ausgewogene Debatte um die Integration von ausländischen Bürgern wünscht, ist ihnen bewusst aber egal. (Siehe Kommentare von tausenden auf Foren wie z.B. in Facebook, Amazon, Bild oder ARD).
Dabei findet der Leser auf den Foren zu 99% keine rechtsangehauchte Debatte, wie z.B. Journalist Plasberg versucht hat in „Hart aber Fair vom 01.09-2010″ mit rhetorischen Fragen Sarrazin und den Kommentaren auf ARD zu unterstellen.

Von unserer politischen Führung von Gysi bis Merkel sollten alle  Artikel 5 GG aufschlagen und ihn langsam durchlesen. Im werfen des ersten Steines auf Sarrazin war man ja schon schnell genug!
Und was bitte macht die IV. Gewalt im Staat? Kontrollieren? Überprüfen? Sie schwimmt mit der Legislativen in einem Boot! Und nur wenige der (deutschen!) Journalisten trauen sich öffentlich für Sarrzin Symphatien zu vergeben. Nach vielleicht drei Weingläsern im Wirtshaus würde sich die Mehrheit schon anders äußern: In vino veritas…

Der fotogene Obama

Der mächtigste Mann unserer westlichen Gesellschaft, US-Präsident Barack Hussein Obama, kann viele Gesichter machen. Beim Surfen durch das Internet bin ich auf drei schöne Beispiele gestoßen, in welchen der Präsident abgelichtet wurde: bei dem ersten Foto befindet sich der Präsident in völliger Ruhe, beim zweiten positioniert er sich als strahlender Sieger. Zu guter letzt blickt er forsch beim dritten Bild als aufgebrachter Redner in die Augen seiner Gegner.

Ein steht fest, Obama kann sich wandeln und anpassen, was oftmals etablierten Politikern, wie beispielsweise Bundeskanzlerin Merkel schwer fällt. Doch genau so konnte der junge Präsident bei den Wählern 2008 punkten. Obama verkörpert einen Mix aus Eloquenz, Jungend, Intelligenz und ist darüber hinaus zudem ein sehr fotogener Mann. Bühne frei für die Unverfangenheit des Barack Obamas:

Obama völlig ruhig. Augen zu und durch (Bild von FAZ.net © AP)

Die bekannte Siegerpose (SpiegelONLINE ©dpa)

Obama aufgebracht (Bild von www.mercatornet.com)

Westerwelle spürt die IV. Macht im Staate

FDP-Politiker Guido Westerwelle und sein Lebensgefährte Michael Mronz. (Bild von Tafkas)

Im zweiten Kabinett Merkel wettert die Opposition von Grünen, Linken und SPD bestimmt und gezielt gegen den Koalitionspartner FDP und dessen Vorsitzenden Westerwelle. Unverständlichkeit bringen auch die Meiden, voran die zwei großen Vertreter Spiegel sowie die Süddeutsche, gegenüber Westerwelle auf. Egal wie sich Westerwelle zu Harts IV, Klientenpolitik und Geschäftsreisen (unter anderem die Beschuldigung mit seinem Lebenspartner Michel Mronz privates mit geschäftlichen zu vermischen) positioniert, er hat es zurzeit in Deutschland schwierig.

David Harnasch, Journalist für das politische Magazin Cicero brachte es in seinem Kommentar auf dem Punkt: In Deutschland herrscht der Volkssport Guidobashing

32 und schon Ministerin: Dr. Kristina Köhler

Dr. Kristina Köhler (CDU) hat am 30.11.2009 das Amt von Ursula von der Leyen als Familien-Senioren-Jugend und Frauenministern in dem zweiten merklischen Kabinett übernommen. Die aus Wiesbaden stammende 32-Jährige Politiker hat ähnlich wie der Gesundheitsminister Rösler (FDP) eine deluxe politische Karriere hingelegt.

Zudem hat sie die neuartigen Formen der Politk 2.0 angenommen. Fleißig twittert sie wie Obama und auf Facebook ist sie auch vertreten. Doch ob sie auch kompetent genug für dieses Amt ist, bezweifelt nicht nur die Harald Schmidt Show:

Den Eid auf Afghanistan beschwört

Die 49-Jährige Heike Gross war als Bundeswehrärztin zweimal in Afghanistan im Einsatz. Vorab musste sie, wie ihre Kollegen ein Testamente verfassen, falls im Todesfall geregelt ist, welches Kind welchen Anteil vom Erbe bekommt. Natürlich musste auch festgehalten werden, was passiere wenn man nur mit einem Arm oder Fuß vom Hindukusch zurück nach Deutschland kommt. Auch in der Bundeswehr wird alles bürokratisch deutsch korrekt gemacht!

Selbst mit über 15 000 Einsätzen wurde die heute in Neu Seeland lebende Ärztin in Afghanistan böse überrascht. Denn dort „richtet sich die Gewalt gezielt gegen meine Patienten und gegen uns alle”, so erklärte sie gegenüber dem ZEIT Magazin vom 05.11.2009.

Auch hatte sie im Krisengebiet kaum Zeit ihre Mission zu hinterfragen. Denn Desertieren kommt für einen Soldaten nicht in Frage. „Ich hatte Vertrauen in die Führung. Diese Loyalität zu hinterfragen ist ein längere Prozess. Das ist wie bei Kindesmisshandlungen, Eltern müssen einem Kind schon sehr viel antun, damit es sie nicht mehr liebt. Ich bin in Afghanistan geblieben um meinem Eid zu erfüllen,” sagte die Bundeswehrärztin im Rückblick.

Die Frage stellt sich für den Bürger, inwieweit es in Ordnung geht, dass weiterhin gegen die Mehrheit der Bundesbürger Soldaten nach Afghanistan geschickt werden? Und sollte ein Soldat immer den Eid stets befolgen, wenn auch erkenntlich ist, dass auch Deutsche am Kaukasus zur Waffe greifen müssen?.
Tucholsky wusste schon richtigerweise : „Soldaten sind Mörder!”

Aufgepasst liebe korrupte, engstirnige und korrupte Politker. Das Wohl der Menschen und nicht die deutsch-amerikanische Waffenlobby sollte das Schicksal der Afghanen bestimmen. Wenn Soldaten nur den Eid der Oberbefehlshaber, in diesem Fall der Bundesregierung horchen, und nichts hinterfragen, kann dies böse enden. Selbst in der Wehrmacht wussten viele der Offiziere, dass was sie aufgetragen bekommen hatten, falsch und menschenunwürdig war. Dennoch sahen sie sich wegen ihres Eids gezwungen die Kommandos von oben zu befolgen. Wie das ganze ausging, im Kaiserreich sowie unter Hitler wissen wir…

Ein steht sicher fest: Afghanistan wird nicht durch den ISAF-Einsatz  in eine Demokratie wenden. Schon gar nicht wenn die Deutschen vor Ort mit mischen um unsere „Demokratie” dort zu verteidigen!

Heike Gross lässt in ihrem Buch Ein schöner Tag zum Sterben ihre Einsätze in Afghanistan Revue passieren. Ein gewiss lesenswertes Werk.

Politisches WG-Badezimmer vorhersagt die Wahl

Typisches politisches Badezimmer in München

Wird es Merkel oder Steinmeier? Morgen wissen wir mehr...

Welche Parteien werden morgen den Kanzler bzw. die Kanzlerin stellen?

Zu dieser Frage bedarf es die Bildmontage aus dem SPIEGEL vom 21.09.2009 zu interpretieren. Sie hängt zwischen Handtüchern als politisches Kunstwerk in unserem Münchner WG Badezimmer und hat uns dabei geholfen den Wahlausganges zur Bundestagswahl 2009 vorherzusagen:
Merkel wird mit der Union die stärkste Partei im Deutschen Bundestag stellen. Jedoch wird es nicht mit der FDP zu einer Koalition reichen; deshalb wird es zu einer erneuten Auflage der Großen Koalition mit der SPD kommen. Angela Merkel wird nicht mehr Kanzlerin sein, denn den Kopf der Regierung wird Frank Walter Steinmeier bilden.

Wie es wirklich kommen wird, sehen wir morgen gegen 18.00 Uhr …

3:30 zur Woche: Weiter so in Afghanistan?

In jeweils 3:30 Minuten wird ein aktuelles politisches Thema der Woche beleuchtet. Diese Woche wird die aktuelle Frage gestellt, wie die Bundesregierung mit der „Friedensmission” in Afghanistan umgehen soll.

Treffend kommentierte Heribert Prantl, Ressortleiter der Innenpolitik der SZ hier wie taub und taubusierend mit dem Thema in Berlin umgegangen wird.

Bundestagswahl Prognose 2009 – SPD Adieu?

Vor zwei Wochen führte stonesand die erste Wahlbefragung hinsichtlich der Bundestagswahl 2009 durch. Folgendes Ergebnis liegt somit vor:
wahl2009-prognose
Deutlich wird, dass die Umfrage auf stonesand im Vergleich zur einer bundesweiten Umfrage (Bild unten) nicht repräsentativ waren. Die Leserschaft des Bloges stellte keine ausgewogene Stichprobe der Grundgesamtheit der Bundesrepublik Deutschland dar, und somit kann rein statistisch gesehen das Ergebnis nicht repräsentativ sein.
Zum Vergleich zeigt die folgende Graphik nun die repräsentativen Umfragewerte des politischen Magazin Cicero:

cicero2009

In beiden Umfrage wurden realitätsnah folgende Parteien eingestuft: Die CDU/CSU bei 38-39%, die Grünen bei 10-13% und die Sonstigen bei 4-5%.
Die deutlichste Diskrepanz der beiden Umfragen findet sich bei den Ergebnissen zur SPD und zur FDP. Die SPD würde marginal Stimmen eingebüßt und zwar ein Minus von 12%, die FDP hingegen könnte eine historische Bestmarke bundesweit mit 26% setzen und zweitstärkste Partei hinter der CDU/CSU werden. DIE LINKE bekam keine Stimme.

Was mathematisch und statistisch gesehen kritisch ist, zeigt die dritte Graphik. Dort wurden die Werte der Cicero Prognose mit den Werten der stonesand Prognose gemittelt. Ob diese dritte Prognose, erstens repräsentativ ist, und zweitens das Wahlergebnis im September 2009 vorhersagen kann, ist natürlich dahingestellt.
Gespannt warten wir auf das Ergebnis der Bundestagswahl im Herbst 2009 und darauf, ob die dritte Prognose annähernd das Wahlverhalten der Deutschen widerspiegeln wird.

imaginar
Anmerkung: Das Ergebnis der LINKEN(von Cicero 11,5%) wurde mit den der Nichtwähler(stonesand4%) gemittelt